Muss Warren Buffett gerettet werden?

Muss Warren Buffett gerettet werden?

22. März 2020 Aktien Finanzen Jura 0

 

Ich habe heute morgen einen Post von Coingrams auf Instagram gesehen, der mich beschäftigt.


Darin heißt es:

“Berkshire Hathaway is the 1st or 2nd biggest shareholder of Delta, Southwest/United. the airlinebailout will be Warren Buffet’s third major bailout after Saloimon in the 1990s & Wells fargo, BofA, etc in 2008. Why do we keep bailing out one of the richest pelanguageople in the world?

Fakt ist, dass Berkshire Hathaway unter anderem folgende Beteiligungen hält:

  • Delta Airline: 11,2 % (größter Einzelaktionär) Quelle
  • Southwest Airlines: 10,4% (drittgrößter Einzelaktionär) Quelle
  • United Airlines: 8,85% (zweitgrößter Einzelaktionäre) Quelle

Anfang des Jahres saß Berkshire Hathaway auf 128 Milliarden Dollar Cashreserven. Zu erwähnen ist, dass Berkshire eine Holding, also eine Beteiligungsgesellschaft ist, die viele verschiedene Firmen vollständig besitzt oder beteiligt ist.

Aktuell fordern die US-Airlines ein Rettungspaket in Höhe von 50 Milliarden Dollar von der Regierung, damit sie nicht Insolvenz anmelden müssen (Quelle). 50 % davon soll über Kredite zur Verfügung gestellt werden und 50 % direkt.

Da liegt die Frage nahe, warum die Regierung angeschlagene Unternehmen mit Steuergeldern retten soll. Während die Aktionäre auf einem dicken Haufen Geld sitzen. Noch dazu haben diese Firmen die letzten Jahre ihre geldreserven dafür verwendet eigene Aktien zurückzukaufen, wodurch die Aktien der Aktionäre an Wert gewannen.

Meine Ansicht

Ich weiß noch nicht wie ich zu diesem Thema, da wir uns in einer ganz neuen Situation befinden, die es so vorher noch nicht gab. Zwar gab es auch früher schon Krisen in bestimmten Branchen und auch früher wurden schon Rettungspakete geschnürt, aber damals habe ich mich für das Thema noch nicht interessiert.

Das Beispiel mit den Airlines steht ja exemplarisch für eine ganze Reihe von Firmen und Branchen, die aktuell weltweit unter dem Coronavirus leiden.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass sich die Regierungen aus der Wirtschaft soweit wie möglich raushalten sollten. Ein gewisser Ordnungsrahmen, wie ihn Kartellrecht, UWG, Patentrecht usw. vorgeben, muss jedoch vorhanden sein, damit sich der Wettbewerb nicht selbst zerstört.

In der aktuellen Situation halte ich Staatshilfen für Firmen jedoch durchaus für gerechtfertigt. Ein Stillstand des Betriebs über mehrere Wochen bis Monate ist ein massives Problem für nahezu jede Firma. So etwas sollte natürlich im Idealfall durch Reserven und Rückstellungen abgefedert werden können, aber in der Praxis kommt es selten vor, dass sich eine Firma das leisten kann.

Ich finde es nicht verwerflich, dass die größten Aktiengesellschaften in den letzten Jahren mit ihren Bilanzüberschüssen ihre Aktien zurückgekauft haben. Eine Solche Krise war einfach nicht vorherzusehen. Und eine so große Cashreserve aufzubauen, dass trotz Betriebsschließung das Überleben der Firma für eineinen so langen Zeitraum gesichert ist, finde ich utopisch. Manche Firmen wie Apple oder Google mögen das schaffen, da sie ohnehin nicht wissen, wohin mit ihrem Geld, aber eine normale Firma muss knapp kalkulieren und jedes (Geld-)Mittel einsetzen um seinem Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein, damit es sich so seinen Marktanteil sichert.

Aber zurück zu Warren Buffett. Sollte die Regierung hier eingreifen obwohl Warren Buffett auf so einer dicken Cashreserve sitzt? Ich sage ja. Denn die Cashreserve gehört Berkshire Hathaway und nicht den Airlines, an denen Berkshire Hathaway beteiligt ist. Müsste Berkshire Hathaway jetzt einspringen, dann müssten die anderen Aktionäre genauso pro rata Geld in die Airlines stecken. Vom Kleinaktionär wie mir (nein ich halte keine Airline Aktien) bis hin zum Rentenfond. Wir müssten alle Geld an die Airlines nachschießen. Und eine solche Nachschusspflicht ist im deutschen Aktienrecht nicht vorgesehen. Und meines Wissens auch nicht im amerikanischen.
Grundsätzlich haften die Aktionäre gegenüber den Gläubigern nur mit dem Wert der von ihnen gehaltenen Aktien.

Ist das gerechtfertigt? Ja. Denn nur weil auf diese Weise das restliche Vermögen der Aktionäre vor dem Zugriff der Gläubiger gesichert ist, investieren Aktionäre in eine Aktiengesellschaft. Nur dadurch erfüllt die Aktiengesellschaft ihre Funktion als Kapitalsammelstelle um eine Unternehmung umzusetzen, die ein Mensch alleine nicht finanzieren könnte.


Welche anderen Möglichkeiten gibt es?

Die US Regierung hilft den Airlines nicht. Die bekommen sonst nirgends Kredite und gehen pleite. Damit fallen enorme Steuereinnahmen für die Regierung weg und die Sozialsysteme werden stark belastet durch die Arbeitslosen. Dieses Ereignis wäre wesentlich schlimmer.

Ansonsten könnten die Unternehmen könnten verstaatlicht werden. Das würde sich jedoch als noch wesentlich teurer herausstellen.


Wie stehst Du zu dem Thema?



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