Gewinner laufen lassen oder wie ich 35000 € verlor

Nachdem ich gerade meinen ersten Tenbagger im Depot gefeiert habe, wird es Zeit auch auf negative Entscheidungen in meinem Depot einzugehen. Heute geht es sogar um eine ziemlich teure.

Gewinner laufen lassen

Gewinner muss man laufen lassen. Das gilt sowohl bei kurzfristigen, als auch bei langfristigen Investoren. In der Theorie ist das einfach. In der Praxis aber nicht. Denn wenn ein Investment rasant steigt, ist es gar nicht so leicht ruhig zu bleiben. Obwohl beim Eingehen des Investment genau darauf gehofft wird, erscheint es plötzlich ungerechtfertigt, dass es wirklich passiert. Es kommt der Drang, die Gewinne schnell zu realisieren, bevor die Position wieder in die andere Richtung dreht. 

Schlimm wird es, wenn dann noch solche Sprüche im Kopf nachhallen wie:  “Was hoch steigt, kann auch tief fallen!” und “Von Gewinnmitnahmen ist noch niemand arm geworden!”. Diese Sätze sollten unbedingt aus dem eigenen Geist verbannt werden. Sie richten schrecklichen Schaden an!

Denn Fakt ist, dass es viel wichtiger ist, Gewinner laufen zu lassen, als Verlustaktien aus dem Depot zu schmeißen. Wie heißt es so schön? An der Börse kann man 1000% Gewinnen, aber nur 100% verlieren

Und wenn die Aktie überbewertet ist?

Ich habe einige Aktien im Depot, die sich sehr gut entwickelt haben. Zum teil sogar so gut, dass die Entwicklung nicht mehr von den Fundamentaldaten gedeckt ist. Manche Strategien verkaufen in diesem Moment. Benjamin Graham hat zum Beispiel erfolgreich unterbewertete Aktien gekauft und dann verkauft, wenn sie ihren wahren Wert erreicht oder überschritten hatten.

Mich stört es hingegen nicht, wenn ein Unternehmen in meinem Depot übermäßig wächst. Denn dadurch bieten sich weitere Chancen. Mit einem höheren Kurs kann das Unternehmen leichter und günstiger Kapital aufnehmen, dass für weiteres Wachstum notwendig ist. Außerdem könnte die Überbewertung eventuell ja doch gerechtfertigt sein. Kein Investor weiß alles. Der wichtigste Grund, weshalb ich überbewertete Aktien nicht voreilig verkaufe, liegt darin, dass niemand absehen kann, wie lange die Überbewertung anhält und wie weit sie noch fortgeführt wird. Am Beispiel von Tesla haben wir in den letzten Jahren gesehen, wie losgelöst von Fundamentaldaten Aktienkurse steigen können. 

Ich habe auch nichts zu verlieren. Höchstens nicht realisierte Gewinne, die sind für mich in diesem Fall aber kein Verlust.

35000€ entgangener Gewinn

Jetzt zu meiner Fehlentscheidung.

Im Jahr 2016 habe ich das erste mal reale Aktien gekauft. Davor hatte ich nur mit CFD Erfahrungen gesammelt. Ich kannte mich mich damals noch nicht wirklich mit der Börse aus und wusste noch nichts über das langfristige Anlagen und den Zinseszinseffekt.

Nach dem Motto “probieren statt studieren” habe mir damals ein paar Aktien gekauft, denen ich zutraute, dass sie kurzfristig steigen könnten. Es waren Ströer(~ 42€), Infineon(~ 12€) und Tesla(~38€).

Leider habe ich sie alle drei mit Gewinn im selben Jahr wieder verkauft.

Warum leider?

Weil alle drei Aktiengesellschaften seitdem massiv an Wert zugelegt haben.

Ströer steht aktuell bei 71€ (ohne Dividenden), Infineon bei 34€ (ohne Dividenden) und Tesla bei sagenhaften 688€. 

Beweisbild: ING Kontoauszug 2016

Ich habe damals 11 Tesla Aktien für 2079€ gekauft. Das wären heute nach dem 5:1 Stocksplitt genau 55 Aktien, die einen Gesamtwert von 37840€ hätten. Ich habe mir also eine Gewinn von knapp 35000€ entgehen lassen, weil ich den kurzfristigen Gewinn von 188€ vorgezogen habe….

Natürlich garantiert langfristige Buy & Hold keine Gewinne. Aber an diesem Beispiel wird deutlich, dass es sich lohnt, Gewinne laufen zu lassen.

Habt ihr schon ähnliche Chancen liegen lassen? Ich bin gespannt auf eure Geschichten! 

 

Als Quelle für historische Kurse diente finanzen.net

Bildquelle Beitragsbild

 

 

 

 


Dies ist keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung! 

Ich gebe hier ausschließlich meine eigene subjektive Meinung wieder. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Bei Aktien, Kryptowährungen und Splinterland Karten handelt es sich um sehr risikoreiche Investitionen, bei denen der Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals droht. Der Beitrag enthält Werbung für Produkte und Unternehmen, in die ich selbst investiert bin. Ich wurde jedoch nicht dafür bezahlt sie hier zu nennen. 

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1 Gedanke zu „Gewinner laufen lassen oder wie ich 35000 € verlor“

  1. Sehr schön auch mal solche ehrlichen Reflexionen zu lesen. Ein Asset wirklich zu besitzen führt ja auch dazu dass man sich damit auseinander setzen muss was man wirklich besitzen will.

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